Kanalkamera

Abwasserleitungen liegen Jahre lang unter der Erde ohne, dass sich irgendjemand um sie kümmert. Dabei müssen Sie enormen Druck aushalten. Zum Beispiel fließen in ihrem Inneren jeden Tag unzählige Liter Wasser, welche mit Partikeln und Dreck versetzt sind. Und zum anderen greift von außen immer wieder die Natur an. So können beispielsweise Baumwurzeln in die Leitungen hineinwachsen. Aber auch Tiere sorgen manchmal für kleine Beschädigungen. Denkt man überall das nach, sorgt eine plötzliche Verstopfung für viel weniger Überraschung. Wenn Essensreste, Wurzeln oder andere Dinge das Wasser nicht mehr hindurchlassen, muss die Stelle gesäubert und möglicherweise auch repariert werden. Insbesondere Letzteres geht nicht ohne eine genaue Kenntnis des Ortes. Ohne dieses  Wissen, müsste für eine Reparatur auf gut Glück der ganze Boden über den Kanälen aufgerissen werden.

Wie wird eine Kanalkamera eingesetzt?

Damit man sich diese aufwendige und teure Maßnahme sparen kann, wurden die sogenannten Kanalkameras erfunden. In jedem Fall muss ihr Einsatz von einem Klempner vorbereitet werden. Wenn Sie sich beispielsweise nicht sicher sind, ob Ihre Abwasserleitungen dicht sind, wird zunächst eine Druckprüfung vorgenommen. Danach wird der Kanal mithilfe eines Hochdruck-Spülgeräts gründlich gereinigt. Im nächsten Schritt wird die Kanalkamera in die Leitung gesetzt. Ein langes Kabel hält die Verbindung zu einem Monitor aufrecht. Auf diesem verfolgt der Klempner die Bilder, welche während der Fahrt aufgenommen werden. Entdeckt er einen Riss, eine Wurzel oder eine sonstige Beschädigung, speichert er das Bild ab. Dabei wird automatisch auch die genaue GPS-Position ermittelt. Diese wird bei der später folgenden Reparatur benötigt, um die richtige Stelle so schnell wie möglich wiederzufinden.